Physische Fortbewegung in digitalen Welten war bisher die größte Herausforderung für Entwickler von VR-Games. Wir haben eine mögliche Lösung für euch getestet.

Wunderwelt Virtual Reality: Noch vor wenigen Jahren ein Hirngespinst der Zukunft und nun geht es doch Schritt für Schritt Richtung Mainstream. Dank Oculus Rift, Gear VR, Google Cardboard und neben Playstation VR noch unzähligen Mitbewerbern, hat der Weltenflüchtler mittlerweile einiges an Optionen an der Hand.
Die Grundvoraussetzungen sind für uns Spieler mittlerweile mehr als ordentlich, denn jedes Budget macht es uns möglich einen Spaziergang in digitalen Welten zu vollführen (auf das Wort Spaziergang kommen wir gleich nochmal zurück!). Von der selbst zu faltenden Papphalterung über der 4K Brille bis zum VR Kino ist so ziemlich alles auf dem Markt.
Und was erwartet uns bisher in den heimischen VR Erlebnissen? Verzögerungsfreies Tracking, Immersion durch räumliche Tiefe und dank verschiedenster Controller sogar Interaktionen mit der Spielwelt. Die Entwicklung ist definitiv nicht auf der Stelle getreten. Auf der Stelle treten ist aber das Stichwort für diesen Artikel. Der größte Funken Realität steckt nämlich weitgehend noch in den Kinderschuhen: Die Fortbewegung in virtuellen Welten.
Die Firma KAT VR hat sich das gleiche gedacht und via Crowdfunding die Produktion einer Lösung für diesen Schwachpunkt finanziert. Das gute Stück Entwicklung nennt sich „KAT WALK“.
KAT WALK lässt sich am besten als 360° Laufband für VR Games umschreiben, dabei sei natürlich erwähnt dass auch andere Firmen wie Virtuix diese sogenannten Laufkäfige herstellt.
Wer gerne ein Exemplar von KAT WALK sein eigen nennen möchte, muss dann schon ein wenig mehr in der Portokasse haben. Neben der derzeit einzig zu 100% unterstützten VR Brille, die HTC Vive, müsst ihr je nach Ausführung des Geräts 5.000 bis 10.000$ berappen.
Nehmt das Wort Laufband allerdings nur als grobe Beschreibung, das Ganze ist nämlich etwas komplexer als das. Bevor es in fremde Welten geht, werdet ihr in einen frei drehbaren Hüftgurt eingehängt. Dieser verhindert unter anderem, dass ihr von der Sensorfläche fallt oder den Spielbereich verlasst.
Beim Begriff Hüftgurt könnte ja schon mal die Alarmglocke läuten, immerhin muss man als Spieler auch in das Gerät passen. Als optimale Voraussetzung werden eine Körpergröße zwischen 150cm bis 180cm und einer maximalen Größe von 190cm angegeben. Personen über 100kg wird von der Benutzung abgeraten, da sie die sensible Hardware beschädigen könnten.
Der Verzicht auf viele Gurte und weiteren Störfaktoren ermöglicht euch einen riesigen Bewegungsfreiraum: Gehen, rennen, springen, hocken oder sitzen sind im Spiel umsetzbar.
Zunächst fühlt sich die Bewegung etwas ungewohnt an, was allerdings schnell verfliegt und bei guter Kalibrierung wirklich perfekt im Spiel umgesetzt wird. Auf der Gamescom 2017 konnten wir uns im Praxistest davon überzeugen und diese Erfahrung war definitiv eins unserer Highlights. Es mag vielleicht von außen betrachtet komisch ausgesehen haben, wie wir versuchten durch die digitale Welt zu laufen, im Spiel selber waren die Wahrnehmung und Umsetzung astrein.
Wie man schon am hohen Einstiegspreis und spätestens an den Produktmaßen (2040*1050*2600) sehen kann, ist KAT WALK weitestgehend für den kommerziellen Nutzen gedacht, sprich Spielhallen oder Messen. Für die häufige Nutzung an einem Ort wird die stabilere Premiumvariante angeboten, während sich die Standardvariante besser für den Transport und bei entsprechendem Geldbeutel für Privatkunden eignet.
Wäre als nächstes die Spielefrage zu klären, was kann man denn mit dem guten Stück spielen? Im Grunde könnte jedes Spiel mit dem System funktionieren, sollte der Spieleentwickler die Kompatibilität per Update nachrüsten. Ein SDK (Software Development Kit) ist für den geneigten Programmierer verfügbar. KAT VR arbeiten im Zuge dessen schon mit einigen Entwicklern zusammen. Als erwähnenswerten Titel stelle ich einfach mal Minecraft in den Raum. Wer also seine Bauten mal physisch durchlaufen möchte, sollte anfangen zu sparen.
Die kommerzielle Version des KAT VR Systems wird dazu noch mit 11 Spielen geliefert, die sich vor allem im First Person Shooter Genre bewegen. Einige dieser Spiele lassen sich kostenlos spielen, während andere für die Spielzeit eine virtuelle Währung verlangen.
Wie weiter oben erwähnt, wird derzeit nur die HTC Vive offiziell unterstützt. Rein theoretisch lässt sich das System auch mit einer Oculus Rift verwenden, KAT VR geben auf die Kompatibilität allerdings keine Garantie. Selbes Spiel mit anderen VR Geräten. Was offiziell nicht funktioniert ist eine Verwendung mit der Playstation VR, das gute Stück ist also ein reines PC Addon.
KAT VR und ähnliche Lösungen für die Fortbewegung in digitalen Welten haben ein riesiges Potential. Dieses Potential wird jedoch erst mal Spielhallen, Messebesuchern oder den reicheren Menschen unter uns vorbehalten bleiben. Fakt jedoch bleibt, VR und die Entwicklung ist noch lange nicht tot und es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir noch tiefer in unsere Lieblingsgames abtauchen können. Was wünscht ihr euch für die Zukunft des Virtual Reality Gamings? Einen Ganzkörper-Sensoranzug? Einen Geruchsgenerator? Mir würde ein Geschmacksmodul gefallen, Horrorgames kommen mir dann aber erst mal nicht mehr ins Haus.

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