Kingdom Come: Deliverance ist ein Rollenspiel, welches im Mittelalter spielt, aber ohne die sonst typischen Fantasyelemente.

Am 13.Februar erschien das Rollenspiel Kingdom Come: Deliverance für PlayStation 4, Xbox One und PC. Bei dem Spiel handelt es sich um einen Open World Singleplayer, welches in dem Königreich Böhmen spielt und dem geschichtsgetreu und vom Aussehen her nachempfunden wurde. Das Spiel wurde 2013 durch eine Kickstarter-Kampagne, die 1,2 Millionen Euro einbrachte, ermöglicht.

Es handelt sich hier also um ein Rollenspiel, welches im Mittelalter spielt, aber auf jegliche Fantasyelemente verzichtet und auf eine realistische und glaubhafte Darstellung dieser Zeit setzt.

Das Spiel spielt im Jahre 1403 und der Protagonist Heinrich, den man in der Ego-Perspektive steuert, verliert seine Familie durch einen Überfall von Sigismund, Halbbruder des Königs und König von Ungarn. Heinrich entkommt nur knapp und rettet sich in eine Burg, dort schwört er Rache zu nehmen.

Rache zu nehmen ist in diesem Spiel aber nicht so einfach, wie man es sonst von Rollenspielen gewohnt ist. Heinrich ist kein Ritter, sondern ein ganz normaler Mensch mit den Bedürfnissen, die jeder Mensch erfüllt haben muss. Er muss schlafen, essen, trinken, verliert an Ausdauer, muss sich waschen und auf seine Anziehsachen achten, da man so „schmuddelig“ bei den Mitmenschen auf soziale Ausgrenzung stößt.

Heinrich muss noch vieles Lernen, um Rache nehmen zu können. Das Kämpfen, sowohl mit Schwert als auch mit den Fäusten muss er erstmal lernen. Hier gilt das Level-System von Elder Scrolls. Je mehr man kämpft oder läuft, desto besser und ausdauernder wird man.

Auch der Survivalaspekt, durch Jagen, oder verdienen des Lebensunterhaltes, nehmen in dem Spiel eine große Rolle ein.

Es gibt auch Fähigkeiten, die man erlernen kann/muss, wie zum Beispiel lesen. Aber sowohl das als auch Aufleveln rücken im Gesamtkontext in den Hintergrund. Viel mehr konzentriert man sich auf die Quests, die es zu erledigen gilt. Viele davon wirken eher langweilig, aber durch den Gesamteindruck des Spiels, nehmen sie einen doch gefangen. Interessant ist auch, dass man viele Quests auf unterschiedliche Weise lösen kann, zum Beispiel mit Gewalt, Überzeugungskunst oder Verstand. Die glaubhafte Darstellung dieser rauen, unbequemen Epoche bringen einen dazu, über auch so manche Fehler/Bug hinwegzusehen.

Problematisch ist zum einen das Kampfsystem: Aus der Egoperspektive raus ist ein Schwertkampf generell nicht so leicht zu steuern, zu dem wirken die Kämpfe wenig dynamisch, dafür sind sie schwierig. Hier sollte man bedenken: Jeder noch so einfach aussehende Gegner kann zur Gefahr werden, denn einmal falsch pariert oder einfach draufgehauen, ohne auf die Ausdauer zu achten, kann den Tod bedeuten.

Viele Bugs, die vor allem in der PC-Version auftreten, können für den Spieler echt nervig sein. Es gibt Mauern, die genauso hoch sind wie manche Zäune, die man aber nicht überwinden kann. NPC laufen in Pferde rein und stecken fest oder tauchen einfach so auf. Viele Skins laden erst sehr spät und manchmal fehlen einfach einige Gebäude, die dann sehr langsam nachladen. Die Entwickler haben auch schon einige Patches für die nächste Zeit angekündigt, bleibt zu hoffen, dass sie den Großteil fixen können.

Was auch gefixt werden soll, ist die Art zu speichern. Um nämlich zwischendurch Speichern zu können, muss man einen Trank zu sich nehmen, der sehr teuer ist. Das kann in manchen Situationen schon mal nervig werden.

Die glaubhafte Darstellung dieser Zeit und vor allem im Vergleich mit den typischen Rollenspielen betrachtet, gibt Kingdom Come: Deliverance einen großen Anreiz gespielt zu werden. Es bleibt ab zu warten, inwiefern die Bugs/Fehler behoben werden, deswegen sollte man vielleicht noch etwas warten, bevor man es sich direkt kauft. Aber im Großen und Ganzen ist das Spiel zu empfehlen, auch einfach mal um in diese realistische Welt abzutauchen.

FÜR DICH EMPFOHLEN

FÜR DICH EMPFOHLEN

Spielevorschau Mai 2018

Der Mai bietet Donkey Kong Country: Tropical Freeze, das erste Donkey Kong für die Nintendo Switch und Detroit: Become Human.

Harry Potter: Hogwarts Mystery

Harry Potter: Hogwarts Mystery führt die Fans zum ersten Mal als eigenen Charakter in die zauberhafte Welt.

Nintendo Labo – Eine neue Art zu Spielen

Nintendo Labo bringt den Spielspaß mit Pappe, eine andere Art Spiele zu erleben.